Weltliches
Der Weltgeist saugt euch,
wie die Spinne den Mücken,
das Hirn aus.
Die Form nützt nichts.
Alles Streben
in der Welt
geht auf Genuß.
Und das will man
auch hinüber nehmen
ins Geistliche.
Manchmal
möchten wir gerne
bloß deswegen
demütig sein,
daß wir
von den Leuten
für demütig
angesehen werden.
Das ist auch
Hochmut.
Wir wollen
vor der Zeit
groß sein,
auf einmal
alles erlangen,
im Geistlichen
reich werden.
Das ist auch
Geiz.
Der Christ
darf alles haben,
nichts aber
soll ihn haben.
Der Geizige
hat gar nichts,
alles hat ihn.
Er darf
keinen Kreuzer hergeben
und er ist immer arm,
sobald er etwas
hergeben soll.
Der Gläubige
kommt mit
sechs Kreuzern
weiter
als der Ungläubige
mit sechsmal
hunderttausend Gulden.
Ein Empfänger
kann geizig sein
wie der Geber,
wenn ihm nämlich
die Gabe
nicht groß genug ist.
Es gibt
viele Erdenschweine
auch unter den Christen;
diese durchwühlen
Erde und Steine.
Und was ist ihr Zweck
von Anfang an?
Daß sie ihren Bauch
befriedigen!
Eine
eigentliche Sucht
ist es
unter den Menschen,
wohlfeil einzukaufen.
Dadurch wird
der Segen
verbannt.
Wer teuer einkauft,
der tut viel besser;
das ist
ganz gewiß.
Der Hunger
des Menschen
ist unersättlich.
Wenn man ihm
die ganze Erdkugel
gäbe,
so wäre es gerade,
wie wenn man
eine Erbse
in einen Scheffelsack
fallen ließe.
Wer einen Menschen
sich unterordnen,
wer ihn beherrschen will,
der begeht einen Eingriff
in seine Würde,
in seinen Adel,
denn die Würde des Menschen,
welcher sich bekehrt,
erhöht sich zum Adel.
Und in diesen Adel
greife ich ein,
gegen diesen handle ich,
wenn ich den Menschen
an seiner freien Wahl
hindere.
Wo sind die Kräfte
deines Leibes
und deiner Seele,
deine Sinne und Gedanken
hingekommen?
Stecken sie
vielleicht
in deinem Beruf?
Ein mancher
gäbe aus Neid oft
gern ein Auge her,
wenn nur der andere
blind wäre.
Ralf Rabemann

