Schicksal
Wie wir sind,
so werden wir versucht.
Die Gedanken
des Selbstmordes
kommen aus dem Trieb
der Erhaltung des eigenen Lebens.
Erzwingen läßt sich nichts -
es liegt alles an Zeit und Ort,
wie Salomo sagt.
Wenn wir recht sind,
so ist auch der Ort recht,
wo wir sind.
Gott hat
in seiner Weisheit
von Ewigkeit
uns und unseren Lauf
dem Anfang, der Dauer
und der Art nach ersehen.
Er hat die Umstände und Personen
in diesen unseren Lauf
haargroß hinein geordnet.
Lenken wir aus, indem wir
Umstände und Personen
gegen seinen Weisheits-
und Liebeswillen
entfernen,
so bleiben wir
zurück.
Gib
keinem Menschen
Schuld,
wenn du
viel Leiden hast,
sondern nur
dir selber.
Gehe aus von dir,
so hast du Ruhe.
…
Mach’s anders,
so wird’s anders -
sonst mußt du
immer wieder
Korrigierer haben.
Durch alle
Umstände und Begegnisse
in unserem Lauf
sollen wir berichtigt
und zurecht gestellt
werden.
Wir sollen daher
nicht auf Personen
losgehen,
sondern auf
uns selbst.
Auch sollen wir
nicht denken:
da oder dort
hätte ich es besser.
Die Welt ist
voller Ärgernisse
und das Herz des Menschen
voller Ärgernisstoff.
Die Ärgernisse werden
hart und streng genommen,
und doch
ist der Stoff dazu
in uns selber.
Wer
keinen Himmel
in sich hat,
der findet auch
keinen außer sich.
Mein persönlicher Weg
geht durch mich
und durch die Welt
hindurch.
Und wie ich
meinen Weg
innerlich durchmache,
so wird er auch
von außen.
Wie ich
innerlich durchdringe,
so dringe ich auch
von außen durch.
Wie du stehst in dir,
so ist alles
außer dir.
Es gibt
nur einen Anfang,
den man
redlich nennen kann.
Wo dieser ist,
da können auch
die Raupen-
und Geschmeißzeiten
nichts schaden,
sondern sie kommen
deswegen,
damit ich
ein Überwinder
daran werden kann.
Der zur Vollendung
immer mehr Reifende
muß durch
alle Arten und Grade
des Verderbens
und der Versuchung
bis zur Vollendung
durchgeführt werden,
wenn er
verwandelt werden soll
von einer Klarheit
in die andere
bis zur Urgestalt.
Was dich sauer ankommt
und was du nicht willst,
das tue und übe;
und was du willst,
das lasse.
Hier hast du es
kurz beieinander.
Und wenn du meinst,
man tue dir etwas zu leid,
so denke:
Es ist gerade recht
für mich.
zu einem,
der über Kreuzschmerzen klagte:
Du hast vielleicht
dein Kreuz nicht freiwillig
auf dich genommen,
deswegen
wird es dir nun
auf den Rücken gebunden.
Fehlt uns etwas,
so ist Doktor und Apotheker
das Erste -
statt daß wir aufsuchen,
wozu das Leben dienen soll
und was es bezwecken will.
Ralf Rabemann

