Ich


Wie es mir geht

Wie es mir geht?

Leider

geht es mir nicht -

alles muss gehen

ich selbst.



Wie es mir geht?

Selbst wenn mal

was geht,

dann fehlt es

mir gleich.



Wie es mir geht?

Auch wenn ich geh',

so frag ich mich oft,

was wäre,

wenn nicht.



So geht es mir,

so gehe ich

vor mich hin

meinen Gang,

wie es halt geht -

bis dahin

zu dem Halt,

an dem alles

dann geht.



Ich bin

Umschaue ich

herum um mich

wer da so lebt

im Fern und Nah:

hier sehe ich

so viele da,

die sind gar nicht

bei sich so ganz -

und das nur,

weil die

woanders woll'n sein

als sie es sind

allein aus sich.



Dort jedoch

sind sie

so anders ganz

als sie es wären

gingen sie

zurück in sich

und wären dann

bei sich.



Und weil nun ich

allein bei mir

weit weg

von solchem weile,

das allen diesen

so wichtig erscheint,

scheine auch ich

eben diesen

weit weg

von Meinem zu sein,

indem diese nun meinen,

ich wäre nicht der,

der ich könnte sein,

was ja auch stimmt -

nur nicht so,

wie diese es meinen,

weil ich eben bin

der wo ich bin.



Ichwerdung

Weil mein Sein

von allem sich,

was ist um mich,

insofern unterscheidet,

dass alles andere,

das ich nicht bin

sich wie ich will

von mir grenzet

und bescheidet,

so formet sich

mein eigen Ich

genau durch dies,

indem all das,

was ich nicht bin,

mich meidet.



Bleiben

Ich bin geblieben

immer bei mir

und ging nicht dahin,

wo anderer Sein verweilet

zum irgendwo anderswo

weit weg von sich

dort wo ich auch wär',

gänge ich dahin,

wo jene sind

und lebte dort

vorbei an mir

ebenso wie diese

nicht leben dort,

weil dort sie nicht sind,

sondern nur meinen zu sein.



So bleibe ich

nahe bei mir

so weit ich noch

innern kann mich

tief in mir drin

und weiter tiefer

hinein in mich

was immer da kommt

hinterm Ich

oder hinter dem,

was als dieses

mir scheint.

Denn ich bin

und bleibe der Eine

fort allem diesen

was jene hintreibt

an ihren Ort -

wo auch immer

dieser mag sein

all denen, die sind

so außer sich dort.



Ich aber trachte

weiter zu bleiben

treu meinem Sein,

wo man einst blieb

alleine bei sich,

wollte man nicht

fort von sich

wie alle jene

die jetzt so weg

von sich sind -

während manche wie ich

immer noch

bleiben bei sich.

und eben so

auf dem Weg

zu sich sind,

bis sie dann einmal

so sind bei sich,

wie ich es schon bin.


© Ralf Rabemann

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texte/gedichte/ich.txt · Zuletzt geändert: 2019/05/07 23:09 von rabemann
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