Machen Sie das Grüßen gut!
Ich begrüße Sie mit den folgenden fragenden Gedanken zum Thema „Grüßen“:
Der Gruß "Gesegnete Mahlzeit" ist ein Segen der Lebenserhaltung:
Was drückt ein Grüssender damit aus, wenn er den alten Segen „Ich wünsche Dir eine gesegnete Mahlzeit“ mit „Mahlzeit“ abkürzt?
Der "Alles Gute"-Gruß ist die Würdigung der Geburt eines anderen als Segen seines ganzen Seins:
„Alles Gute zum Geburtstag“ - Wieviel Gutes in diesem „Alles“ bleibt noch erhalten, wenn dieser Wunsch zur Floskel wird und deshalb kein echter Wunsch mehr ist?
Das Segnen zeitlicher Gegenwärtigkeit ist die Würdigung des anderen als Teil des gemeinsamen Seins
Was drückt ein Grüssender aus, der den alten Gruß „Guten Tag“ mit „Tag“ abkürzt oder den Gruß „Guten Morgen“ mit „Morgen“ Oder anders: Welchen Sinn hat ein Willkommensgruß, wenn er kein ausgesprochender, kein dem Gegenüber gewünschter Segen mehr ist?
Was drückt jemand aus, der einem Grüssenden seinen Gruß „Guten Tag“ (=wünsche ich DIR) mit „Hallo“ (=hier bin ICH) beantwortet?
Der Abschiedsgruß ist der gute Dank an das Geschenk der Begegnung
Welchen Sinn hat ein Abschiedsgruß, wenn er weder guter Wunsch noch Segnen ist? („Tschüß“)
Zum beliebten Brauch der Phrasendrescherei beim Grüßen
Geht es im Gruß „Halt die Ohren steif“ um einen guten Wunsch oder geht es darum, einen guten Wunsch zu vermeiden?
Geht es im Dialog „Machs gut“ - „Machs besser“ wirklich um den Wunsch, der andere möge es noch besser machen als man selbst oder darum, dass man einen guten Segensgruß nicht annehmen mag, den einem der andere zukommen läßt?
Machen Sie es gut!
Ralf Rabemann
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